Siegergeschichte

Maik Gerecke

Hammer Arsch, haben sie gesagt. Nicht schlecht, Marc, Alter, Respekt, haben sie gesagt. Dabei war ich nur kurz mit ihr durchs Viertel gelaufen. Jetzt stehen sie da, mir gegenüber, kichern mit ihren qualmenden Kippen in den Mündern. Glotzen mich an wie neugierige Waschweiber.

„Na jetzt erzähl doch, Alter! Was das für ne Alte, Mann?“

Wir befinden uns auf einem Spielplatz, den schon seit Jahren kein Kind mehr betreten hat. Um uns herum Blockhäuser voll mit traurigen Existenzen, die schon seit Jahrzehnten, vielleicht Jahrhunderten, ratlos den immer selben und öden Lebensentwurf wiederkäuen. Die Wahrheit ist: Eigentlich will ich gar nicht drüber reden. Aber das ist jetzt keine Option mehr. Nichts zu sagen, würde Versagen andeuten und das kann ich mir nicht leisten. Ich muss der Held in dieser Geschichte bleiben.

Dieser unfreiwillige Schaulauf, auf den sich Dennis, Chris und Benni beziehen, war vor einer Woche. Seitdem ist viel passiert. Mein Plan war bis vor ein paar Stunden noch, Elena aus meiner persönlichen Historie zu streichen, was bedeutet hätte, ganz einfach niemals jemandem von ihr zu erzählen. Als hätte es sie nie gegeben.

„Na gut, ihr dummen Hurensöhne, Alter“, stöhne ich genervt und zünde mir selbst eine Kippe an. „Is ne Arbeitskollegin, unten aus der Küche. Hamse vor paar Wochen eingestellt. Ja, Mann, was soll ich sagen, Alter – ich bin halt den einen Tag hinter ihr die Treppe hoch so, und sie so mit ihrem Arsch vor meinem Gesicht, die Backen voll am abwackeln und in meiner Hose geht schon die Party. Normal.“

Die Männerhorde lacht sich eins. Wirft mir dabei bauchpinselnde Beleidigungen und Flüche zu.

„Keine Woche später sind wir bei mir. Videoabend – ein auf den, weißte? Und ich schon so die Ausziehcouch zum Bett gemacht, also vorher – klar – damit wir uns gleich hinlegen müssen halt. Heizung aus, auch klar, und natürlich nur eine Decke aufm Bett, Alter. Standard.“

So weit, so wahr. Ich hatte mich tatsächlich in ihren Arsch verliebt. Es war ein Arsch, wie man ihn gerne seinen Freunden zeigt, genauso wie Elenas geile Figur, das hübsche Gesicht. Aber trotzdem – an diesem Punkt in meiner Geschichte beginnen die Auslassungen, die Lücken, die es braucht, um mich zum Sieger zu machen. Eine dieser Lücken ist mein Liebesgeständnis bei unserem zweiten Date. Ist schon krass: Wenn es gelogen ist, geht dir so ein Geständnis ziemlich leicht über die Lippen. Du hast ja nichts zu verlieren.

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Halbgare Jungs prahlen mit angeblichen sexuellen Abenteuern. Einer von ihnen erlebt momentan tatsächlich eins, das selbstverständlich der Fiktion seiner Erzählung nicht im Geringsten gleicht.
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Maik Gerecke

Maik Gerecke wuchs in Hannover auf und mauserte sich vom Hauptschüler zum Akademiker. Heute lebt er als freier Autor in Berlin, ist Mitorganisator der Lesereihe Konzept*Feuerpudel und betreibt den Podcast transphilosophisch. Seine deutlich moll-lastige Prosa wurde mehrfach in Deutschland, Österreich und der Schweiz publiziert. Feßmann ist seine erste Novelle.

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