Schreie aus dem Lektorat – Teil 1

Unter dem Motto „Schreie aus dem Lektorat“ habe ich beschlossen, regelmäßig erscheinende Beiträge über den Lektoratsalltag zu veröffentlichen. Ja, richtig gelesen, die Lektorin (ihres Zeichens auch die Verlegerin) bloggt hier selbst. Es wird um Entsetzensschreie, aber auch um Freudenschreie gehen, Schreibende sollen Tipps erhalten und Merkmale guter Literatur sollen erklärt werden.

Da schon mein Kleinverlag mit Manuskriptangeboten geradezu überflutet wird, scheint es mir wichtig darüber zu schreiben, was ein gutes Manuskript auszeichnet – zudem die Klärung der Formalitäten: wie man es einreichen sollte, was man überhaupt einreichen und was man in jedem Fall vermeiden sollte bzw. welche absoluten No-Gos es gibt. Dies ist mir nicht zuletzt deshalb Anliegen, da in einer Flut von Texten logischerweise das Fischen nach besonderen Texten schwieriger wird und sie leider leichter untergehen können. Viele Verlage listen auf, was Autor*innen beachten sollten, mir reicht das nicht, ich will die Details erklären.

An der Stelle sei gesagt: Meiner Meinung nach animiert der heutige Buchmarkt mit seinen gewinnorientierten Genre-Schubladen, die auf Quantität nicht Qualität setzen, viele Menschen zum Schreiben, die es tunlichst unterlassen sollten. Ich lese wirklich immer wieder Texteinreichungen, bei denen mir die Haare zu Berge stehen. Nachlassende literarische Qualität führt nun aber bedauerlicherweise dazu, dass das Medium Buch in Gefahr gerät zu einer Ansammlung aneinandergereihter Buchstaben zu verkommen – und das wäre fatal. Ja, abgekotzt wird hier auch – garantiert immer aus gutem Grund.

Von Erfahrungen mit Manuskriptangeboten zu berichten – selbstverständlich ohne Werktitel oder Namen zu nennen oder persönlich zu werden, denn: ES GEHT GANZ SACHLICH UM TEXTE UND DEREN EINREICHUNGSFORMALITÄTEN, NICHT UM DEREN URHEBER*INNEN – scheint mir daher sinnvoller Schritt. Denn: Der Diskurs über Form und Inhalt ist und bleibt essentiell und darf nicht vernachlässigt werden.

Die Blogbeiträge werden in sozialen Netzwerken (Instagram, FB, Twitter) geteilt, damit ein Austausch zum jeweiligen Thema bzw. eine Diskussion entstehen kann. Ich freue mich sehr über euer Interesse und bin gespannt auf eure Eindrücke & Meinungen!

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