Verlagshighlights des Sommers

Sommerpause? Im Gegenteil. Ausgerechnet der Juni hielt viele Überraschungen und Neuerungen für den Verlag bereit. Alles begann mit der erstmaligen Einreichung eines Titels im Rahmen der Hotlist. Welches Buch wir ins Rennen geschickt haben? – Den Erzählband Die milchfarbene Haut der Türen von Jonas-Philipp Dallmann. (Dass dem Autor der ersten tatsächlichen Monographie des Verlags Ende April ein Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds zugesprochen wurde, kam für die Verlegerin übrigens völlig überraschend. WOW. So ein Glücksfall. (Dem Autor an dieser Stelle erneut Applaus!)) Die milchfarbene Haut der Türen wurde zwar nicht für die Shortlist der Hotlist erwählt – womit wir als absolute Beginner allerdings auch nicht gerechnet hatten. Dabei zu sein ist fürs Erste aufregend genug. Schaut doch mal – es gibt 160 tolle Bücher zu entdecken – unseren Titel unter Deutschsprachige Erzählungen.

Etwa zeitgleich kam die Nachricht ins Verlagsbüro geflattert: Das international agierende Aktionstheater PAN.OPTIKUM (Leitung: Sigrun Fritsch, Matthias Rettner) würde gerne basierend auf einem Text aus dem Erzählband Von Verwandlungen von Victoria Hohmann die aktuelle Produktion gestalten. Aufführungsort Landschaftspark Duisburg. Anlass: Extraschicht und 25-jähriges Jubiläum des Landschaftsparks. Ein zweites WOW. Und: Klar, gerne. (Mehr zur Produktion findet ihr hier, Bilder hier.)

Außerdem etwa zeitgleich fiel die Entscheidung über die Texte und Autor*innen für die neue Anthologie *innen – Frauengeschichten (alle Titel und Namen auf der Landingpage des Verlags). Damit fiel auch der Startschuss für Buchgestaltung, Lektorat und Crowdfunding-Kampagne. Letztere soll im September auf Startnext anrollen. Unsere erste Kampagne für die Antho Zerschlagen (Scheitern at its best) könnt ihr hier anschauen.

Ebenfalls im Juni organisierte VHV zum ersten Mal eine eigene Lesereihe, Titel: #readme. Einen ausführlichen Bericht dazu gibt`s auf dem Verlagsblog: #readme.

Als ob das nicht lääängst für ein Monatlein eines jungen Mikro-Verlags ausreichen täte – doch. Da war noch was. Ja, tatsächlich. Nämlich das brandneue Berliner anti Wasserglas Großereignis Literatur auf der Parkbank. Das auf den bisher heißesten Sonntag des Jahres fiel. Auf eine Weise: verdient. Die Verlegerin las selbst. Und staunte über die zahlreichen hitzeresistenten Interessent*innen. Ein Video mit ein paar lauschigen Impressionen gibt`s auf unserem YouTube-Kanal.

 

Welch Juni!

Und der Juli? Stand bzw. steht im Zeichen von Miteinander und Crowdfunding. Es galt Cover & Buchblock des dritten Erzählbands von Victoria Hohmann fertigzustellen: Vom Miteinander (nun im Druck befindlich, Erscheinungstermin: 2.September) – sowie an der Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung der Antho *innen – Frauengeschichten zu feilen. Dies wird – neben den üblichen Manuskriptprüfungen etc. – auch im August Hauptanliegen des Verlags sein. Ein Monat, der allerdings auch (wohlverdiente :-)) Verlagsferien mit sich bringt –  ferner natürlich weitere spannende News rund um BEMERKENSWERTE BÜCHER.

Bleibt dran. Bleibt bookish. <3

 

 

 

#readme

Am 22.Juni fand zum ersten Mal „#readme“ statt – ein Veranstaltungsformat, das Lesungen & Ausstellung verbinden möchte, initiiert von VHV. Eine Etablierung des Events, möglicherweise  3x jährlich, ist angedacht. Der erste Versuch verlief durchaus ermutigend. Als Veranstaltungsort bot sich der Artspace „im_raum“ der Fotografin Anke Jungbluth an, den diese im Souterrain der Mittenwalder Straße 46a, wo auch VHV ansässig ist, seit mehr als einigen Jahren betreibt.

Wie ließe sich Literatur & Kunst besser verbinden, als mittels Künstlerroman? So stand für mich als Verlegerin sofort fest, dass ich meinen Kollegen Jürgen Volk, ebenfalls in Doppelrolle Autor & Verleger, einladen wollte. Er hat einen wunderbaren Roman über Van Gogh und Gauguin im gelben Haus geschrieben, der den Titel „Unbedingt“ trägt – in dem sich die Kompromisslosigkeit spiegelt, die Kunst und Suche nach neuen Formen des Ausdrucks mit sich bringen (kann). Der Roman ist 2017 in der 2.Auflage bei Bernstein erschienen, als E-Book bei Edel Elements.

(Jürgen Volk liest aus „Unbedingt“, 22. Juni 2019, im_raum, Berlin-Kreuzberg. Fotos: Geneviève Debien, VHV)

Der zweite Gast war Daniel Breuer, Autor des Romans „nathanroad.rec„, 2016 beim Verlag duotincta erschienen. Für diese Publikation (eine kunstvoll gewebte, Generationen und Kontinente überspannende Geschichte, eingefädelt von den üblichen Verdächtigen: Rache, Liebe, Tod) kann man sich wiederum bei Jürgen Volk, Mitbegründer der duotincta, bedanken. Daniel Breuer arbeitet seit geraumer Zeit an seinem zweiten Roman „Grand Mal“, aus dem er eine Passage vortrug – und der hoffentlich in absehbarer Zeit in gedruckter Form erhältlich sein wird.

(Daniel Breuer präsentiert einen Auszug aus seinem Romanmanuskript „Grand Mal“,  22. Juni 2019, im_raum, Berlin-Kreuzberg. Fotos: Geneviève Debien, VHV)

Dritte im Bunde war ich in 3-facher Funktion: Autorin, Verlegerin und Künstlerin. Ich nutzte die Gelegenheit, um einen kürzeren (schreibe ich doch generell lange Kurzprosa 😉 ) Text aus meinem neuen Erzählband „Vom Miteinander“ vorzustellen. Der Band erscheint demnächst bei VHV.

(Victoria Hohmann liest aus dem Manuskript ihres neuen Erzählbands „Vom Miteinander“,  22. Juni 2019, im_raum, Berlin-Kreuzberg. Fotos: Geneviève Debien, VHV)

Ausstellende waren Anke Jungbluth (Fotografie), die großzügige Gastgeberin, die sich insbesondere mit Spiegelungen und Unschärfen auseinandersetzt. Ich bestückte die Leseecke mit Textwerken – die sowohl zum Lesen aufforderten sowie zum Nachdenken über gläserne Bürger*innen, gleichzeitig die Fragilität und die Zartheit von uns Menschenwesen thematisierten. Lisa Büscher (Skulptur/Installation) steuerte ebenfalls eine Arbeit bei: Das Negativ einer ihrer Skulpturen, welches mittels geschickter Bearbeitung vorgibt nicht Plastik, sondern Bronze zu sein: Den Abdruck von Händen bis hinauf zu den Ellenbogen.

Es gab also allerlei allzu Menschliches zu betrachten, zu lesen, in gegenständlichen und fiktiven Bildern, zwischen den Zeilen, zwischen den Pixeln, in Formen, Linien, Lettern.

Die Veranstaltung fand großen Anklang – weshalb sie selbst wohl als Auftakt für Künftiges gelesen werden kann.

Allen Besucher*innen und Mitwirkenden an dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches DANKESCHÖN! Auf bald.