#readme

Am 22.Juni fand zum ersten Mal „#readme“ statt – ein Veranstaltungsformat, das Lesungen & Ausstellung verbinden möchte, initiiert von VHV. Eine Etablierung des Events, möglicherweise  3x jährlich, ist angedacht. Der erste Versuch verlief durchaus ermutigend. Als Veranstaltungsort bot sich der Artspace „im_raum“ der Fotografin Anke Jungbluth an, den diese im Souterrain der Mittenwalder Straße 46a, wo auch VHV ansässig ist, seit mehr als einigen Jahren betreibt.

Wie ließe sich Literatur & Kunst besser verbinden, als mittels Künstlerroman? So stand für mich als Verlegerin sofort fest, dass ich meinen Kollegen Jürgen Volk, ebenfalls in Doppelrolle Autor & Verleger, einladen wollte. Er hat einen wunderbaren Roman über Van Gogh und Gauguin im gelben Haus geschrieben, der den Titel „Unbedingt“ trägt – in dem sich die Kompromisslosigkeit spiegelt, die Kunst und Suche nach neuen Formen des Ausdrucks mit sich bringen (kann). Der Roman ist 2017 in der 2.Auflage bei Bernstein erschienen, als E-Book bei Edel Elements.

(Jürgen Volk liest aus „Unbedingt“, 22. Juni 2019, im_raum, Berlin-Kreuzberg. Fotos: Geneviève Debien, VHV)

Der zweite Gast war Daniel Breuer, Autor des Romans „nathanroad.rec„, 2016 beim Verlag duotincta erschienen. Für diese Publikation (eine kunstvoll gewebte, Generationen und Kontinente überspannende Geschichte, eingefädelt von den üblichen Verdächtigen: Rache, Liebe, Tod) kann man sich wiederum bei Jürgen Volk, Mitbegründer der duotincta, bedanken. Daniel Breuer arbeitet seit geraumer Zeit an seinem zweiten Roman „Grand Mal“, aus dem er eine Passage vortrug – und der hoffentlich in absehbarer Zeit in gedruckter Form erhältlich sein wird.

(Daniel Breuer präsentiert einen Auszug aus seinem Romanmanuskript „Grand Mal“,  22. Juni 2019, im_raum, Berlin-Kreuzberg. Fotos: Geneviève Debien, VHV)

Dritte im Bunde war ich in 3-facher Funktion: Autorin, Verlegerin und Künstlerin. Ich nutzte die Gelegenheit, um einen kürzeren (schreibe ich doch generell lange Kurzprosa 😉 ) Text aus meinem neuen Erzählband „Vom Miteinander“ vorzustellen. Der Band erscheint demnächst bei VHV.

(Victoria Hohmann liest aus dem Manuskript ihres neuen Erzählbands „Vom Miteinander“,  22. Juni 2019, im_raum, Berlin-Kreuzberg. Fotos: Geneviève Debien, VHV)

Ausstellende waren Anke Jungbluth (Fotografie), die großzügige Gastgeberin, die sich insbesondere mit Spiegelungen und Unschärfen auseinandersetzt. Ich bestückte die Leseecke mit Textwerken – die sowohl zum Lesen aufforderten sowie zum Nachdenken über gläserne Bürger*innen, gleichzeitig die Fragilität und die Zartheit von uns Menschenwesen thematisierten. Lisa Büscher (Skulptur/Installation) steuerte ebenfalls eine Arbeit bei: Das Negativ einer ihrer Skulpturen, welches mittels geschickter Bearbeitung vorgibt nicht Plastik, sondern Bronze zu sein: Den Abdruck von Händen bis hinauf zu den Ellenbogen.

Es gab also allerlei allzu Menschliches zu betrachten, zu lesen, in gegenständlichen und fiktiven Bildern, zwischen den Zeilen, zwischen den Pixeln, in Formen, Linien, Lettern.

Die Veranstaltung fand großen Anklang – weshalb sie selbst wohl als Auftakt für Künftiges gelesen werden kann.

Allen Besucher*innen und Mitwirkenden an dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches DANKESCHÖN! Auf bald.